{"id":15,"date":"2014-12-16T10:37:49","date_gmt":"2014-12-16T10:37:49","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8080\/wordpress\/?page_id=15"},"modified":"2025-07-23T17:48:13","modified_gmt":"2025-07-23T17:48:13","slug":"galizismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mgr-damien.fr\/?page_id=15","title":{"rendered":"Gallikanismus"},"content":{"rendered":"<p>Unter Gallikanismus versteht man die Lehre, die die Freiheit der franz\u00f6sisch katholischen Kirche gegen den Zentralismus des Papsttums verteidigt.<br \/>\nAls ber\u00fchmtesten Vertreter des Gallikanismus ist Mgr. Bossuet anzusehen, Bischof von Meaux (17.Jh.), der die vier Gallikanischen Artikel von 1682, unterzeichnet von der Versammlung der franz\u00f6sischen Bisch\u00f6fe, wesentlich mit verfasste. Bossuet war es gelungen, die Beschl\u00fcsse des Konzil von Konstanz (1414-1418), neu zu festigen, deren oberster Grundsatz die Festlegung war, dass das Konzil als Versammlung der Bisch\u00f6fe als oberstes Organ der Kirche \u00fcber den Kompetenzen des Papstes steht.<br \/>\nBischof Bossuet konnte sich auf die \u201ePragmatique Sanction\u201c st\u00fctzen, die im Jahre 1438 verk\u00fcndete k\u00f6nigliche Verordnung von Karl VII., die dieser mit Hilfe und Zustimmung seiner Theologen in Kraft setzte und die die Rechte des K\u00f6nigs st\u00fctzte und im Gegenzug die Rechte Roms in Bezug auf die Ernennung von Bisch\u00f6fen und \u00c4bten, Erhebung von Kirchensteuern, Bestrafungen, Exkommunizierungen und kirchlichen Verb\u00f6ten durch Rom untersagte.   <\/p>\n<p>Das \u201econcile g\u00e9n\u00e9ral\u201c wurde \u00fcber die Stellung des Papstes gesetzt und nur es war erm\u00e4chtigt zur Ernennung von Bisch\u00f6fen und \u00c4bten. Mit dieser Verordnung gab Karl VII. Frankreich einen Status eines reinen Gallikanischen Geistes.<\/p>\n<p>All seine Dekrete wurden von Rom aus verurteilt und nicht anerkannt und konnten den Gallikanischen Wandel dennoch nicht aufhalten.<br \/>\nErst im Jahre 1461 widerruft Louis XI. die \u201ePragmatique Sanction\u201c und unterst\u00fctzt Papst Pius II., aber das Pariser Parlament (Sitz des Gallikanischen Widerstandes) weigert sich, der Anweisung Louis XI. zu folgen.<br \/>\nSchlie\u00dflich wird im Jahre 1472 eine verbindliche Vereinbarung zwischen Louis XI. und Papst Sixtus IV. zur Aufhebung der \u201ePragmatique Sanction\u201c getroffen; aber das Parlament, welches die alten kirchlichen Kanonen zu verteidigen sucht, lehnt die Anwendung des Konkordats ab, so dass es letztlich ohne Bedeutung bleibt.<br \/>\nIm Konzil von Latran im Jahre 1545 erkl\u00e4rt der Kardinal von Lothringen \u00f6ffentlich in der Universit\u00e4t von Paris die Vormachtstellung des Generalkonzils gegen\u00fcber dem Papst und f\u00fcgt hinzu \u201edas niemals ein franz\u00f6sischer Bischof die Erkl\u00e4rung des Konzils von Florenz akzeptieren werde und die Alleinherrschaft des Papstes anerkennen w\u00fcrde\u201c.<br \/>\nTrotz der starken Opposition von Rom bleibt die Pragmatische Sanktion von Bourge in Frankreich bis zur Unterzeichnung des Konkordats von Bologna zwischen K\u00f6nig Francois 1. und Papst Leo X. im Jahre 1516 wirksam und kann dar\u00fcber hinaus die Inspiration der politischen Religiosit\u00e4t  in Frankreich nicht aufhalten.<br \/>\nIm siebzehnten Jahrhundert markieren Louis XIV. und Bischof Bossuet den H\u00f6hepunkt des Gallikanismus.<br \/>\nIm Jahre 1681 ruft der K\u00f6nig zu einer Sondersitzung der Bisch\u00f6fe Frankreichs ein und bittet sie in einer feierlichen Erkl\u00e4rung die wichtigsten Grunds\u00e4tze der Freiheit der Gallikanischen  Kirche festzulegen.<br \/>\nBossuet, ernannt zum Bischof von Meaux, ist der wesentliche Akteur dieser Versammlung und f\u00fcr die Ausarbeitung der Texte verantwortlich.<br \/>\nUnter dem Titel \u00ab D\u00e9claration du clerg\u00e9 gallican sur le Pouvoir dans l&#8217;Eglise \u00bb fasst er die vier Leits\u00e4tze (sprachgebr\u00e4uchlich Deklaration der vier Artikel) zusammen:<br \/>\n1.\tDie F\u00fcrsten unterliegen nicht der Autorit\u00e4t der Kirche in zeitlichen Dingen.<br \/>\n2.\tDie Autorit\u00e4t des Papstes ist limitiert auf die Generalkonzile.<br \/>\n3.\tDie Autorit\u00e4t des Papstes ist den Gesetzen und Gebr\u00e4uchen des K\u00f6nigs und der Kirche von Frankreich nachgestellt.<br \/>\n4.\tDie Meinung des Papstes ist nicht unfehlbar, wenn sie nicht von der Kirche best\u00e4tigt wird.<br \/>\nAm  19. M\u00e4rz 1682 wird die Erkl\u00e4rung der Versammlung des Klerus von Frankreich vorgelegt und erh\u00e4lt die einstimmige Zustimmung aller franz\u00f6sischen Bisch\u00f6fe, was viel \u00fcber die Bedeutung der Gallikanischen Stimmung dieser Zeit aussagt!<br \/>\nNach der franz\u00f6sischen Revolution war es:<br \/>\nBischof Francois Chatel (1795-1857), der die Fackel der Gallikanischen Freiheiten wieder entz\u00fcndete und die Gallikanisch Katholische Kirche f\u00fchrte.  Nach 1904 bis 1911 wurde Bischof Jules Houssaye deren Primus. Nach ihm wurde  Bischof Louis Francois Giraud, Patriarch und Primus der Gallikanisch Katholischen Kirche. <\/p>\n<p>Ihm folgten:<br \/>\nMgr Isidore Jalbert Ville  1950-1957<br \/>\nMgr Joseph Poncelin d\u2018 Eschevannes von 1957-1970<br \/>\nMgr Guy Patrick Truchemotte 1970-1987<br \/>\nDerzeit ist  Erzbischof Dominique-Hubert Philippe Primus der Gallikanisch Katholischen Kirche in Paris.<br \/>\nSeit 1987 vereinigt er unter seinem Vorsitz die Nationalsynode der Gallikanischen Bisch\u00f6fe und zwar:<br \/>\nBischof Jean-Paul Marty, Ev\u00e8que coadjuteur,<br \/>\nMgr Damien Th\u00e9odore Diefenthal, Bischof von Elsass\/Lothringen<br \/>\nMgr Bauwelers, Erzbischof von Belgien.<br \/>\nDie Gallikanisch katholische Kirche von Paris ist Mitglied des Internationalen Rates der Gemeinschaftskirchen und Mitglied des \u00d6kumenischen Rates von Genf. Sie ist eine br\u00fcderliche Verbindung  mit vielen Kirchen der katholischen Tradition.<br \/>\nWie steht es heute mit dem franz\u00f6sischen Gallikanismus?<br \/>\nDie Gallikanisch Katholische Kirche ist der R\u00f6misch Katholischen Kirche nahe stehend.<br \/>\nWas sie unterscheidet, ist die Priesterweihe von Familienv\u00e4tern (so wie es auch der Fall f\u00fcr die Uniat-Kirchen ist, die vereint mit Rom sind) und die unabh\u00e4ngige, autonome Selbstverwaltung. Aber ansonsten werden die wesentlichen und grundlegenden Inhalte des christlichen Glaubens, sowohl der der Katholisch-Apostolischen Kirche als auch der R\u00f6misch-Katholischen Kirche gelebt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter Gallikanismus versteht man die Lehre, die die Freiheit der franz\u00f6sisch katholischen Kirche gegen den Zentralismus des Papsttums verteidigt.<br \/>\nAls ber\u00fchmtesten Vertreter des Gallikanismus ist Mgr. 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